Freitag, 17. April 2015

Fit für die neue Saison

Eigentlich standen für die neue Saison keine großen Arbeiten an der Cagiva Gran Canyon an, wenn man mal von den leckenden Tankhälften absieht.
Inspektion ist zum Glück erst wieder bei 60.000 Km fällig.
Trotzdem habe ich Routinemäßig die Kupplung vom Abrieb der vergangenen Saison gereinigt und die Drosselklappen synchronisiert. Gerade auf die penible Synchrhonisiereung der Drosselklappen reagiert die Granny sehr positiv.

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Außerdem habe ich einen neuen Temperatursensor an der Granny verbaut. Hintergrund hierzu ist der Tip aus dem Cagivaforum mit einem parallelen Widerstand zum Temperatursensor die Motorsteuerung so zu beeinflussen, dass weniger Benzin verbraucht wird.
Dazu passend auch dieser Forenbeitrag aus dem Elefantenforum.
Es kam dann von einem anderen Granny-Treiber die Idee statt eines Widerstands gleich einen anderen Temperatursensor (Conrad) mit einer anderen Kennlinie zu verwenden. Dieser Sensor meldet dem Steuergerät quasi immer eine um 10°C höhere Motortemperatur als tatsächlich vorhanden.

Hier die Datenblätter der Temperatursensoren im Vergleich:
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Und hier die sich aus den Daten ergebende Kennlinie. Man kann gut erkennen, dass der Sensor von Conrad dem Originalsensor immer um 10°C vorausseilt
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Da mir der Spritverbrauch meiner Gran Canyon gerade im Kurzstreckenbetrieb/Stadverkehr viel zu hoch ist (weit über 7l/100Km) ist es mir den Versuch wert.
Ich habe mir daher bei Conrad den passenden Sensor gekauft und eingebaut.

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Auch mit dem neuen Temperatursensor startet die Granny problemlos (ca. 15°C Außentemperatur). Wobei die Granny bei voll gezogener Standgasanhebung ca. 500 Touren niedriger dreht als mit dem Originalsensor. Ob der neue Sensor nun den Benzinverbrauch positiv beeinflusst?
Ich werde das beobachten.

Freitag, 10. April 2015

Trockenlegung

So langsam wird es Zeit die Cagiva Gran Canyon fit für die Saison zu machen. Das bedeutet in erster Linie ich muss meine Leckagen an beiden Tankhälften abstellen.
Über den Winter habe ich mir natürlich Gedanken über die Reparatur gemacht. Da die Tankhälften der Cagiva aus Kunstoff sind bietet sich eine Reparatur mit Klebstoff an. Wichtig dabei ist nur einen Kleber zu finden, der auch dauerhaft resistent gegen Kraftstoff ist.

Ich habe mich für mein gutes Altes Kunststoffreparaturset entschieden. Das hatte ich mir seinerzeit mal gekauft um ein Verkleidungsteil zu flicken (Ich glaube bei Hein Gericke. Ist aber mindestens 15 Jahre her!). Dabei handelt es sich um eine Cyanacrylat-Lösung als Aktivator (hochviskoser Sekundenkleber) und extrem feines Pulver in anthrazit und weiß (Kunstoff???) als Binde bzw. Füllstoff um Spalten zu füllen.
Das Set habe ich schon mehrfach genutzt um Kunststoffteile zu reparieren (z.B. im Haushalt) und bisher habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht (Halt- und Belastbarkeit).

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Zunächst habe ich mit einem Dremel und einem Fräßaufsatz die Gewindebuchse um den leckenden Schnellverschluss der linken Tankhälfte freigelegt und die Kleberreste der Notreparatur vom Vorjahr beseitigt.

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Die gefräßte Kerbe wird nun mit dem Pulver aus dem Reparaturset aufgefüllt und anschließend wird der Aktivator über das Pulver geträufelt. Abgesehen von dem ätzenden Gestank bildet das Ganze nach dem aushärten (ca. 60 Minuten) eine extrem stabile Verbindung. Ja, den Schnellverschluss habe ich gleich mit eingeklebt. Ich gehe mal davon aus, dass ich da eh nie wieder ran muss. Und falls doch, muss eben wieder der Dremel ran!

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Für die Leckage an der Spitze der rechten Tankhälfte hatte ich mir auch eine Vorgehensweise überlegt. Zunächst habe ich ein Loch in die Tankhäfte gebohrt um mir mit einem Endoskop die Innenseite an der betroffenen Stelle genau ansehen zu können.

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Anschließend habe ich durch das gebohrte Loch ca. 50 ml 2K-Epoxy in den Tank gefüllt. Die Tankhälfte wurde so positioniert, dass das Epoxy von Innen an die Leckagestelle fließen kann. Eigentlich sollte das ja sogar ausreichen um das Loch im Tank dauerhaft zu verschließen. Da ich jedoch 100%ig sicher sein will, dass es wirklich dicht ist, habe ich die betroffene Stelle auch von außen noch einmal behandelt.

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Nach dem Durchtrocknen des 2K-Epoxy gab es im Tank eine stabile Basis im Inneren um die betroffene Stelle von außen aufzufräsen.

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In obigen 2 Bildern kann man sehr gut die eigentliche Leckstelle erkennen (leichte Braunfärbung). Das Kunstoff des Tanks habe ich weggefräßt und das Loch bis ca. 5mm tief in das Epoxy hinein erweitert. Nur die Kanten bleiben stehen. In den so entstandenen Krater habe ich wieder das Pulver aus dem Reparaturset eingefüllt und mit dem Aktivator beträufelt.

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In das Loch, dass ich zwecks Füllung mit dem Epoxy in den Tank gebohrt hatte, habe ich zunächst ein M8 Gewinde geschnitten. Anschließend habe ich eine Schraube mit extra großem Flansch mit 2K-Epoxy eingeklebt um das Loch wieder zu verschließen.

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Ich hoffe, dass damit die Inkontinenz meiner Granny dauerhaft behoben ist!