Donnerstag, 28. April 2011

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!

So wir der Schlachtruf der Fußballfans verheißt führte und auch das integrierte Navi in Philipp’s Skoda Octavia auf dem Weg zum Spreewaldring. Also einmal durch Berlin. Und ich sage noch zu Philipp, dass ich hier noch nie lang gefahren bin…

Na ja, am Spreewaldring angekommen sind wir dann trotzdem. Jens und Christian hatten dann auch schon alle Motorräder abgeladen.

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Dienstag, 26. April 2011

Pulverbeschichtung

Kurz vor dem Urlaub im April habe ich noch schnell meine Mito-Teile zum Pulverbeschichter gebracht. Die Felgen, Schwinge und diverse Kleinteile werden Schwarz gepulvert.

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Ignitech Zündung

Ostern 2011 war einfach nur ein Traumwetter. Rund 21°C luden zum Motorradfahren ein. Also optimale Voraussetzungen um endlich meine Ignitech-Zündung auszutesten und ggf. zu optimieren.
Über einen Ignitech-Thread im Duc-Forum hatte ich mir eine alternative Zündkurve für meine 750SS besorgt. Zunächst wollte ich jedoch die originale Zündkurze von Ignitech austesten. Denn auch hier gilt: Erstmal sehen, wie das Original läuft bevor man versucht etwas zu ändern.
Mit der Originalzündkurve von Ignitech lief meine SS auf jedem Fall. Sogar etwas besser als mit den Kokusan-Zündboxen. Im Bereich unter 3000 U/min konnte man nun zumindest mit meiner SS fahren, ohne beim Gasaufziehen Kettenschlagen zu ernten. Allerdings hatte ich im Bereich 4-5000 U/min bei konstantem Fahren immer wieder ‘Vergaserpatscher’. Also nicht gerade optimal.
Auf einem Parkplatz wurde dann das Netbook mit der Ignitech-Software ausgepackt und die Zündbox per USB auf RS232-Adapter an das Netbook angeschlossen.

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Zunächts mal hier ein Screenshot der original Ignitech-Zündkurve:

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Die Programmierung der Zündung ist kinderleicht und innerhalb weniger Minuten erledigt. Man hat die Möglichkeit mit 15 Stützsstellen die Kennwerte der Zündung vorzugeben um die Zündkurve zu beeinfussen. Die Basis-Frühzündung kann durch die Ignitech-Zündung nicht eingestellt werden, da diese durch das Polrad bzw. die Pickupstellung im Motor festgelegt ist. Will man auch die Basis-Frühzündung einstellen, so muß die Pickupstellung im Motor angepasst werden. Einen solchen Eingriff wollte ich mir jedoch nach Möglichkeit ersparen!
EDIT: Auf Grund einiger Emails hierzu eine Anmerkung. Um das Potential der Ignitech-Zündung wirklich ausschöpfen zu können, ist eine korrekte Grundeinstellung der Pickups und damit der Basis-Frühzündung unerlässlich. Da durch die Basis-Frühzündung auch der komplette spätere Verlauf einer Zündkurve beeinflusst wird, kann es vorkommen, dass eine Zündkurze, die bei einem anderen baugleichen Motor perfekt funktioniert, bei Eurer Maschine nicht passt!
Ich habe hier das Glück gehabt, dass bei mir Alles gepasst hat!

Hier nun die optimierte Zündurve aus dem Duc-Forum. Maisy war so freundlich Sie dort einzustellen:

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Nun gut, was bringt es. Direkt nach der Programmierung mit der neuen Kurve der erste Start. Sofort lief meine Duc mit höherer Leerlaufdrehzahl. Statt zuvor ca. 1.200 U/min mit der Ignitech-ZK wurden nun rund 1.400 U/min auf dem Netbook angezeigt. Also eben mal das Standgas angepasst, damit wieder 1.200 U/min rauskommen.
Anschließend ging es dann auf eine ausgiebige Probefahrt mit der neuen Zündkurve. Und es war echt der Hammer. Ich dachte ich fahre ein neues Motorrad! Selbst Ortsdurchfahrten im 5. Gang sind jetzt möglich. Meine SS zieht selbst aus unter 2000 U/min sauber und ruckfrei nach oben (15-41′er Übersetzung)! Lag sonst die untere Grenze für den Einsatz des 5. Gangs bei 90 Km/h. Darunter gab es beim Gasaufziehen nur Geruckel. Nun ist es überhaupt kein Problem. Am Ortsausgang kommt der 5 Gang rein und egal ob man nun 70, 80 oder 90 fährt es kann jeder zeit im 5. Gang das Gas voll aufgezogen werden. Einfach nur geil!
Nach rund 600 KM mit der neuen Zündung/Zündkurve kann ich feststellen, dass der Verbrauch um min 0,5l/100 Km gesunken ist. Wahrscheinlich einfach nur, weil jetzt fast immer der 5. Gang drin bleiben kann.
Wie auch immer. Der Kauf der Ignitech-Zündung war der beste Kauf, den ich in den letzten Jahren gemacht habe. Einfach nur umstecken und eine optimierte Zündkurve programiert und sofort steigt der Fahrspaß doch um einiges. Das nervige Ruckeln unter 3000 U/min ist wie weggezaubert.

Reif für die Insel

Im April stand unser Urlaub an. In diesem Jahr ging es für 2 Wochen auf die Kanareninsel Teneriffa. Zufällig war mein Werkstattkollege Thomas just im gleichen Zeitraum im Urlaub auf Teneriffa. Was lag da also näher, als mit 2 Motorrädern die Insel zu erkunden?
Thomas hat dann 2 Motorradvermietungen in Playa las Americas ausfindig gemacht. Empfohlen wurde uns die Firma Topacio S.L. . Angeblich soll(t)en die Motorräder dort gut gewartet sein. Dazu später mehr.
Bereits Anfang April waren Mietmotorräder gut gebucht. Es gelang uns jedoch mit einem Vorlauf von 3 Tagen 2 Yamaha XT660 R zu mieten. Erst auf unsere mehrfache Nachfrage wegen einer Vollkaskoversicherung (SB 800€) wurde uns diese auch angeboten. Zusätzlich haben wir noch je eine Jacke gemietet, so dass insgesamt Kosten von 88€ anfielen (78€ je Motorrad, 5€ je Jacke und 5€ Vollkasko mit 800€ SB).
Die XT 660 R hat rund 50PS, was für die kurvigen Straßen auf Teneriffa auch vollkommen ausreichend ist. Man bewegt sich eh meißt im Geschwindigkeitsbereich 60-100 Km/h. Mehr lassen die Kurven eh meist nicht zu!

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Wir haben uns dann vor dem Start die Motorräder kurz angesehen (Vorschäden, Bremsen und Reifen) und los ging es. Für mich sollte es die erste richtige Ausfahrt des Jahres sein und auch meine Endurophase liegt nun bereits einige Jahre hinter mir. Also erstmal langsam angehen lassen.
Wir fuhren kurz über die Autobahn (TF-1) um dann über San Miguel auf die TF-28 abzubiegen. Die TF-28 führt quasi parallel zu Autobahn die gesamte Südküste von Teneriffa entlang.
Einfach nur geil! Für uns Nordlichter natürlich ein echtes Highlight. Einfach nur Kurve an Kurve. Dazu Temperaturen um die 22°C. Was will man als Motorradfahrer mehr!?
Mir fiel auf, dass meine XT beim Lastwechsel immer so ‘metalisch’ klackerte. Aber nach rund 50 km merkten wir auch woher dieses Geräusch kam. Alle Schrauben des Kettenrades waren lose! Soviel also zum Thema ‘Gute Wartung’!!!

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An der nächsten Tankstelle gelang es uns dann mit entsprechendem Werkzeug dass Kettenrad wieder fest zu schrauben. Trotzdem blieb ein schlechtes Gefühl.
Nach einer Mittagspause in Taco ging es dann über La Laguna auf die Nordseite der Insel. Hier herrscht ein völlig anderes Klima, als auf der Südseite von Teneriffa und die Wolken ließen für die Auffahrt auf das Teide Massiv über die TF-21 nicht das Beste vermuten.
So war es dann auch! Ab ca. 800 Meter tauchten wir in eine dichte Waschküche ein. Nebel ist nichts gegen echte Wolken! Bei ca 20-30 meter Sichtweite war es wirklich kein Spaß, da die Kurven nur zu erahnen waren! Ganz davon abgesehen, dass die Temperaturen in Wolken auch nicht gerade angenehm sind.

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Bei ca. 1400 Meter riss die Wolkendecke dann wieder auf und wir hatten es geschafft. Im Hintergrund tauchte der Rund 3800m hohe Teide auf. Die wärmenden Strahlen der Sonne weckten wieder unsere Lebensgeister und ließen die Schreckensauffahrt schnell vergessen.

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Anschließend ging es dann dem Verlauf der TF-21 folgend auf der Süddseite des Teide Massives wieder hinunter in Richtung Granadilla. Über die TF-28 fuhren wir dann zurück nach Playa las Americas um die Motorräder wieder abzugeben. Dabei sprachen wir natürlich den Verleiher auf das lose Kettenrad an meiner XT an. Die Antwort war echt der Hammer! Wir hätten uns das Motorrad doch vor der Abfahrt genau ansehen müssen! Unser Einwand, dass es schließlich seine bzw. die Aufgabe seiner Mechaniker wäre, die Motorräder vor dem Verleihen zu prüfen begegnete er nur mit Schulterzucken!

Trotz dieses etwas faden Beigeschmacks war es einfach nur geil! Rund 280KM sind wir an diesem Tag gefahren und es ging von Meereshöhe bis auf rund 2300 Meter hinauf. Das schreit auf jedem Fall nach einer Wiederholung und ich kann es jedem Besucher von Teneriffa nur empfehlen die Insel mit dem Motorrad zu erkunden. Nur schaut Euch Euer Motorrad genau an!